Die angeschlagene DB Cargo hat bei ihren Sanierungsbemühungen einen entscheidenden Fortschritt erzielt. Ein Gutachter hat das Sanierungskonzept befürwortet. Nun beginnt eine neue Phase des Projekts – damit geht zugleich ein Wechsel der arbeitsrechtlichen Beraterin einher.
Seit 2015 fährt DB Cargo Verluste ein. Den Tiefpunkt erreichte das Unternehmen 2020 mit einem Verlust von 728 Millionen Euro, für 2025 rechnet DB Cargo mit einem Defizit in Höhe von 96 Millionen Euro. Auf Druck der EU-Kommission muss das Unternehmen umgebaut werden und ab 2026 profitabel sein: Der Bahnkonzern hatte seine Tochter jahrelang quersubventioniert. Dies wertete die EU-Kommission als unzulässige staatliche Beihilfe. Im kommenden Jahr ist der Verlustausgleich nicht mehr möglich. Schreibt DB Cargo 2026 keine schwarzen Zahlen, droht dem Unternehmen die Zerschlagung.
Nachdem der Aufsichtsrat der Ex-Vorständin Dr. Sigrid Nikutta kurzfristig das Vertrauen entzogen hatte, übernahm Mitte November Ex-Thyssenkrupp-Stahlchef Bernhard Osburg die Leitung der defizitären Gütersparte.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bewertet den Führungswechsel positiv, obwohl Details zur neuen Strategie noch nicht bekannt sind. Cosima Ingenschay, EVG-Vize und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende bei DB Cargo, erklärt in einer Mitteilung der Gewerkschaft: „Der Unterschied zu vorher ist, dass es mit Bernhard Osburg wieder um Geschäftsentwicklung statt Geschäftsabwicklung geht.“ Die EVG und ihre Betriebsräte hätten den Wechsel an der Unternehmensspitze vor einigen Wochen eingefordert und durchgesetzt, um dem Unternehmen einen Neustart zu ermöglichen.
Innerhalb eines Monats ist unter der Führung von Osburg ein wichtiger Schritt in der Sanierungsplanung gelungen. Der Konzern teilte nun mit, der unabhängige Gutachter Oliver Wyman habe das von Osburg miterarbeitete Sanierungskonzept als grundsätzlich tragfähig bezeichnet. Bis Ende Februar 2026 soll das Konzept nach einer erneuten Prüfung durch den Gutachter finalisiert werden. Details sind bislang nicht bekannt. Ebenso wenig ist klar, ob es bei dem zuvor angekündigten Abbau von rund 5.000 Stellen bis 2028 bleibt.
Inhouse begleitet unter anderem Arbeitsdirektorin Fuchs die Umstrukturierung. Die Juristin ist seit März 2023 im Unternehmen. Zuletzt leitete sie den Bereich HR Business Partner Rail Logistics. Damit war sie verantwortlich für das internationale und nationale operative Personalmanagement der DB Cargo AG sowie deren europäischen und deutschen Tochtergesellschaften. Vor ihrer Zeit bei DB Cargo war Fuchs in leitenden HR-Positionen bei der Lufthansa tätig.
Aus dieser Zeit dürfte sie auch die Kanzlei kennen, die DB Cargo im kommenden Jahr maßgeblich bei der weiteren Restrukturierung begleiten wird: Es handelt sich um Seitz, wie kürzlich im Markt bekannt wurde. Auch der neue CEO Bernhard Osburg dürfte Seitz aus seiner Zeit bei Thyssenkrupp kennen.
Ob die aktuelle Mandatierung mit diesen Verbindungen zusammenhängt, ist nicht bekannt – allerdings ist Seitz für derartige Projekte ohnehin keine fernliegende Wahl: Die in den vergangenen Jahren stark gewachsene Einheit hat sich zu einer der gefragtesten Ansprechpartnerinnen für große Restrukturierungen entwickelt und begleitete neben der Lufthansa beispielsweise auch Ford oder BioNTech durch die Krise. Wie das Team um Namenspartner Seitz zusammengesetzt ist, ist derzeit noch nicht bekannt.
Über Seitz
Seitz ist eine der führenden deutschen Wirtschaftskanzleien und gehört im Arbeitsrecht zur Marktspitze in Deutschland. An den sechs Standorten Köln, München, Frankfurt, Düsseldorf, Berlin und Hamburg berät Seitz mit über 150 Anwältinnen und Anwälten in den Bereichen Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Steuern und seitz.digital internationale Konzerne, DAX-Unternehmen, Familienunternehmen, mittelständische Unternehmen sowie Top-Sportler und bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Weitere Quellen:
Juve
Die Zeit
Manager Magazin
Handelsblatt
Spiegel
WiWo
Pressekontakt Seitz
Dr. Marc Werner
m.werner@seitzpartner.de






